Angefangen Aufzuhören

bedeutet für uns, gewohnte Denkweisen und Verhaltensmuster zu hinterfragen und alte, ausgediente Pfade bewusst hinter uns zu lassen.
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Meine Schwangerschaft und meine Arbeit

Ich liebe meine Arbeit als Küchenchefin und Kochtrainerin und bin so dankbar, dass ich auch während meiner Schwangerschaft bisher voll weiter arbeiten konnte. Denn ich tue einfach kaum etwas lieber als in der Küche zu stehen und auch Andere dafür zu begeistern 🙂 Bis darauf, dass ich schwere Töpfe und Kisten nicht mehr selber hebe, war ich in meinem Job bis jetzt, im 7. Monat, zum Glück noch kaum eingeschränkt. Dabei waren die letzten Wochen für mich besonders prall gefüllt mit Aufgaben und Kursen.

Zum Einen war da natürlich das tägliche Kochen mit und für unsere Gäste der DaSeinsZeit. Seit unserem Saisonbeginn im März darf ich wieder jeden Tag in der Küche stehen und unseren Gästen die vegane Ernährung näherbringen. Das ist einfach das Schönste für mich!

Meine Backkurse

Letztes Jahr habe ich bereits mehrere Nachmittagskurse für glutenfreies Brot angeboten und weil sie so gut ankamen, gebe ich in diesem Jahr auch Backkurse für Kuchen ohne Gluten und Tierprodukte. Der erste Kuchenkurs dieses Jahr war zwar noch nicht ausgebucht, aber er hat den Teilnehmerinnen und mir viel Spaß gemacht! Zusammen bereiteten wir köstlichen Karottenkuchen, Apfel-Streuselkuchen und Schokomuffins mit Orangen und Schokoguss zu.

Schoko-Orangenkuchen – vegan & glutenfrei

Mein Babybauch war bei diesem Kurs gar kein Hindernis. Und da der Kurs auch nur rund drei Stunden dauert, hat er mich auch gar nicht angestrengt. Die Kuchen haben mir und meinem Zwerg herrlich geschmeckt und wir hatten einen tollen Nachmittag mit den interessierten Teilnehmerinnen. So macht Arbeiten einfach nur Spaß 🙂

Mein Gastkochen bei „Das Gramm“ in Graz

Mitte April war ich außerdem zu Gast im Gramm. Der Laden bietet unverpackte Lebensmittel wie loses Gemüse, Getreide, Süßigkeiten oder Gewürze an, die man selbst abfüllen und in eigenen, wiederverwendbaren Boxen, Gläsern oder Taschen mit nach Hause nimmt. Der Großteil der Lebensmittel ist zudem regional und stammt aus biologischem Anbau. Auch nachhaltige Lösungen für Kosmetika und Hygieneartikel finden sich im süßen, kleinen Ladengeschäft. Damit zeigen die beiden Inhaberinnen Sarah und Verena wie man im Alltag ganz praktisch weniger Müll produzieren und nachhaltiger konsumieren kann.

Das finde ich total super und da Nachhaltigkeit auch gut zu unserem Gemeinschaftsprojekt DaSeinszeit passt, ergab es sich, dass ich dort als Gastköchin unser Projekt vorstellen durfte. Und zwar indem ich dort das „Zero Waste“-Mittagessen zubereitete, das man täglich vor Ort im Ladenlokal oder per Lieferung genießen kann.

Um einen typischen Einblick in unsere biovegane und glutenfreie DaSeinsZeit-Küche zu geben, servierte ich bunten Wildkräutersalat mit allerlei Grünem aus unserem Garten. Dazu gab es, frisch gebacken, unser beliebtes TamanGa-Nussbrot, einen Cashew-Kräuterfrischkäse und rohen Mandel-Hummus. Den süßen Abschluss bildete ein rohköstlicher Schoko-Brownie aus Walnüssen und Datteln.

Leider war das Wetter an diesem Tag zu kalt um die zusätzlichen Sitzplätze draußen zu nutzen und entsprechend wenig besucht war das Gramm. Doch die Gäste die trotzdem kamen, waren durchwegs begeistert von meinem Essen, besonders den vielen Wildkräutern. Und mir hat es großen Spaß gemacht mal in einer anderen Küche zu arbeiten und unser Projekt in Graz bekannter machen zu dürfen.

Ich verbrachte den halben Tag im Gramm und auch hier schränkte mich meine Schwangerschaft nicht weiter ein. Nur musste ich häufiger Pipipausen einlegen, aber das ist als Schwangere völlig normal und ich bin es mittlerweile schon gewöhnt. Abends als ich zu Hause ankam, war ich dann aber doch ganz schön erschöpft. Da ich sehr früh aufgestanden war und eine längere Autoanfahrt hatte, fiel ich abends hundemüde aber sehr zufrieden mit meiner Kugel ins Bett.

Mein „Peace Food“-Kochpraxiswochenende in TamanGa

Am ersten Maiwochenende durfte ich dann als Kochtrainerin der „Peace Food“-Ausbildung von Dr. Ruediger Dahlke aktiv werden. An vier Tagen führte ich elf interessierte TeilnehmerInnen in die Geheimnisse der pflanzlich-vollwertigen Küche ein und wir bereiteten jeden Tag zusammen einen Brunch und ein Abendessen zu.

Zur Begrüßung am ersten Abend servierte ich den TeilnehmerInnen eine mediterrane, glutenfreie Quiche mit Mangold und Spinat aus dem Garten und Cashew-Parmesan, dazu Wildkräutersalat mit Joghurt-Mohndressing und als Dessert eine Schokomousse mit Orangenschale.

Nach dem Essen hatten wir Zeit uns ein wenig kennenzulernen und ich freute mich, dass sehr verschiedene Menschen dabei waren, die alle mehr über vegane Ernährung lernen wollten.

Am nächsten Morgen legten wir dann gemeinsam los und zauberten für den Brunch frisches, glutenfreies Brot, veganes „Rührei“ aus drei verschiedenen Tofusorten, verschiedene Aufstriche und warmen Frühstücksbrei.

Als wir beim Essen saßen spürte ich meinen Zwerg mal wieder im Bauch strampeln. Das macht er meistens, wenn ich gerade gegessen habe. Vielleicht wird es ihm dann immer etwas eng oder er freut sich über das leckere Essen… Wer weiß 😉

Nach einer kleinen Mittagspause starteten wir wieder mit der Zubereitung des Abendessens, das ganz von der asiatischen Küche inspiriert war. Wir rollten japanisches, rohköstliches Sushi mit „Reis“ aus Blumenkohl und sogenannte „Summer Rolls“ in Reispapier, dazu mixten wir einen Erdnuss-Tomatendip und kochten eine thailändische „Tom-Kha“-Suppe mit Kokosmilch und viel frischem Gemüse. Für die Nachspeise formten viele fleißige Hände süße Bällchen aus Kichererbsen, Schokolade und Gewürzen.

Nach dem Essen wollten die TeilnehmerInnen den Abend gemütlich ausklingen lassen und Dokus über Veganismus schauen. Ich stellte zwei Filme bereit und verabschiedete mich dann. Da ich die Filme schon kannte und ziemlich erschöpft war vom Tag, nutzte ich die Zeit lieber, um mich auszuruhen und früh ins Bett zu gehen.

Am nächsten Morgen ging es wieder weiter mit unserem Brunch. In Teams wurden frisches Kastanienbrot, buntes Ofengemüse, Tzaziki, grüne Smoothies mit Brennnesseln, verschiedene Aufstriche und Hirsebrei zubereitet.

Die Mittagspause nutzte ich, um mit Marco die strahlende Sonne zu genießen und im Dorf schnell ein Eis essen zu gehen. Das war eine schöne Auszeit für unsere kleine Familie, die mir wieder richtig Power für den weiteren Tag gab.

Danach machte ich mich mit dem Kurs ans Abendessen und diesmal stand Folgendes auf dem Speiseplan: Griechischer Salat mit mariniertem „Feta“, als indische Hauptspeise ein Rote-Beete-Kokoscurry mit würzigen Mungbohnen und Zitronenduftreis, sowie ein fluffiger Schokobrownie mit Aquafaba-Creme.

Nach dem köstlichen Abendessen ging es dann weiter mit meiner „berühmt-berüchtigten“ veganen Fragerunde 🙂 Wir saßen zusammen und redeten über alle möglichen Aspekte der veganen Lebensweise. Dabei war ich mal wieder so in meinem Element, dass die Zeit nur so verflog. Fast bis Mitternacht saßen wir so beieinander und ich freute mich über all das Interesse.

Als ich dann so spät endlich im Bett lag, meldete sich plötzlich mein Baby mit den bisher stärksten Bewegungen, die ich je von ihm gespürt habe. Ich war es ja bereits gewohnt, dass der Zwerg jeden Tag mal boxte oder strampelte, besonders auch morgens oder abends im Bett liegend. Doch jetzt fühlte es sich an, als würde er sogar ganze Körperteile, seinen Rücken, ein Ärmchen oder seinen Kopf gegen meine Bauchdecke drücken. Sekundenlang wölbte sich mein Bauch an verschiedenen Stellen und es fühlte sich atemberaubend an! Ich zeigte Marco ganz begeistert, wie sich unser Kind bewegt und hielt meine Hand am Bauch um alles spüren zu können bis ich einschlief.

Genau in der selben Nacht träumte ich dann auch zum ersten mal von unserem Baby. Im Traum erlebte ich eine blitzschnelle, unkomplizierte Geburt und hatte plötzlich mein gesundes, kleines Baby bei mir. Ich träumte, dass es sofort anfing Milch zu saugen und spürte ganz intensiv, wie sich das Stillen als Mama anfühlt. Es war ein richtig schöner Traum, der meine optimistische Einstellung zur Entbindung und zum Stillen noch mehr bestärkte.

So startete ich sehr fröhlich in den letzten Tag der Kochpraxis und bereitete mit meinen TeilnehmerInnen ein letztes Mal das Brunch zu. Auf Wunsch einer Teilnehmerin zeigte ich, wie man rohe Pflanzenmilch selbst herstellt und bereitete einen pinken Smoothie mit Rote Beete und Kokos für die Truppe zu. In Teams wurden Buchweizenpfannkuchen gebraten, fleißig Brennnesseln gesammelt und zu sahnigem Brennnesselspinat verarbeitet und als frisch gebackenes Brot gab es diesmal das beliebte „TamanGa-Brot“ aus allerlei Nüssen und Saaten.

Zur Feier des Tages, gab es eine Runde Frizzante für die KursteilnehmerInnen und alle erhielten ein persönliches Teilnahmezertifikat überreicht. Nach dem köslichen Brunch und der Verabschiedung von all den lieben Menschen, fiel ich erschöpft und super zufrieden ins Bett und gönnte mir und meinem Zwerg erstmal ein Nickerchen. Nach dem Aufwachen spürte ich ihn dann wieder so stark wie am zuvorigen Abend und war dankbar und glücklich, dass wir beide dieses aktive Wochenende so gut überstanden hatten.

Geliebte Arbeit

Wie man wahrscheinlich raushört, erfüllt mich meine Arbeit sehr und auch weil ich so ein positives Arbeitsumfeld habe und es mir körperlich so gut geht, ist es gar nicht so einfach mich für die Schwangerschaft zurück zu nehmen. Doch ich merke, dass es nun Zeit wird, mir mehr körperliche Ruhe zu gönnen und weniger Stunden in der Küche zu stehen, weil es mit dem Bauch zusehends anstrengender wird. In den kommenden Wochen werde ich daher mehr und mehr Aufgaben abgeben und keine großen Events oder Kurse mehr für mich einplanen.

Ab jetzt möchte ich meinen Fokus immer mehr auf das „Mama werden“ legen und mich gut darauf vorbereiten. Kommende Woche starten Marco und ich mit einem Hypnobirthingkurs und ich bin schon ganz gespannt und freudig, mich jetzt konkreter mit der Geburt auseinanderzusetzen. Natürlich werde ich berichten!

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7 Comments

  1. Sonja Reichelt

    15. Mai 2017 at 22:12

    Liebe Karin, es war sehr schön und interessant, deinen Beitrag und deine Erlebnisse als Köchin und werdende Mama zu lesen. Ich war ja selbst Ende März in TamanGa und werde Anfang Juli wieder kommen. Ich freue mich schon sehr darauf, im Kreis der lieben Menschen, die dort wohnen und leben, wieder eine Woche zu verbringen und auch fest mitzuarbeiten und dir auf jeden Fall zur Seite zu stehen bzw. so viel zu tun, wie nötig ist und es macht ja auch Freude, bei euch zu arbeiten und vor allem auch zu kochen – es ist stets eine Freude, zu lesen, wie erfüllt du von deiner Arbeit und deinem selbstgewählten Leben bist, so bin ich jetzt schon in Vorfreude auf unser Zusammensein und du weißt ja, dass ich, seitdem ich bei euch war, auch vegan lebe, was mir wirklich viel Erfüllung bringt und auch Freude bereitet; wenn ich deine Rezepte dann lese, bekomme ich noch mehr Appetit und bin wieder so kreativ in der Küche, wie nie zuvor; auch dafür noch einmal vielen Dank!
    liebste Grüße von Sonja
    auch an Marco, den werdenden Papa!

    • Karin

      17. Mai 2017 at 7:29

      Liebe Sonja,
      es freut mich immer wieder zu hören, wie gut dir die Zeit bei uns getan hat und, dass sie so nachhaltig gewirkt hat 🙂
      Es war so lustig mit dir und Marco und ich freuen uns schon auf dich!
      Bis dahin alles Liebe und viel Sonnenschein aus Gamlitz nach Franken 🙂
      Deine Karin

  2. Anja Somieski

    15. Mai 2017 at 23:00

    Liebe Karin,
    Schön, dass es dir bzw. euch gut geht!
    Der Backkurs im TamanGa Ende April hat mir sehr viel Spaß gemacht und natürlich hab ich schon was von den Rezepten ausprobiert, die Schoko Muffins. Viel Lob von meinen Eltern bekommen, die ich hab probieren lassen.

    Überleg mir schon wann ich das nächste Mal Zeit hab, um wieder ins TamanGa zu kommen. Wahrscheinlich wirds August oder später. Da ist ja dann schon euer Zwerg da, aber ich hoffe dennoch dich, Marco und euer Kind mal zu treffen.
    Ganz liebe Grüße aus Augsburg und alles Gute für euch, v.a. eine entspannte, leichte Geburt!
    Anja

    • Karin

      17. Mai 2017 at 7:32

      Wie schön, dass es dir bei uns und in meinem Kurs so gefallen hat, liebe Anja!
      Komm gerne wieder! Wir werden alle drei da sein 😉
      Danke dir und alles Liebe zurück!
      Karin

  3. Die Gerichte klingen super, sehr ansprechend:-).
    Gibt es dazu auch Rezepte (Buch oder E-book)?
    Alles Liebe unbekannterweise,
    Bettina

  4. Liebe Karin, lieber Marco,
    es ist wirklich unglaublich schön zu erleben, mit wieviel Energie und Freude Ihr Euer Leben in TamanGa gestaltet! Ihr habt Euch euren Lebenstraum erfüllt und steckt sooo viele Menschen damit an, vegan und nachhaltig zu leben – das ist eine echte Gabe! Und die DaseinsZeit der perfekte Ort dafür.
    Und, liebe Karin, Deine Art zu schreiben und uns an Deinem Leben als kreative Köchin teilhaben zu lassen, ist wirklich ganz wunderbar. Und seit meine Zwillingsschwester Sonja bei Euch war, hat es mich auch „erwischt“. Es macht wirklich Freude, viele vegane Gerichte zu probieren – deshalb liebe ich auch die Bilder, die mir Lust aufs nachkochen machen.
    Dass Du, liebes Schwiegertöchterchen, Deinen ausgefüllten Alltag mit dem gar nicht mehr so kleinen Zwerg im Bauch so ganz ohne Einschränkungen meisterst, bewundere ich sehr.
    Ich freue mich riesig, Marco und Dich im September wiederzusehen und mein Enkelkind im Arm zu halten.
    Alles Liebe,
    Eure Maman

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